Seit dem Sommer erproben interkommunale Sprintgruppen im KI-Reallabor, wie Künstliche Intelligenz die Arbeit im Jobcenter unterstützen kann. Die Ergebnisse der ersten Sprints liegen jetzt vor.
Die Sprintgruppen testen KI-Werkzeuge nicht in der Theorie, sondern direkt im Arbeitsalltag, an praxisnahen Fallkonstellationen. Erprobt haben sie drei Anwendungsfälle aus unterschiedlichen Bereichen des Jobcenter-Alltags: die Prüfung eingereichter Unterlagen auf Vollständigkeit, die Beantwortung fachlicher Fragen durch einen internen Assistenten und die strukturierte Zusammenfassung von Fällen bei Übergaben zwischen Fachbereichen.
Bei der Unterlagenprüfung ging es darum, ob KI zuverlässig erkennt, welche Dokumente fehlen, und dabei brauchbare Antwortentwürfe liefert. Beim Fachchatbot stand die Frage im Mittelpunkt, ob ein Assistent, der nur auf interne Quellen zugreift, verlässlich und nachvollziehbar antwortet. Und bei der Übergabeassistenz haben die Sprintgruppen getestet, wie viel Zeit sich sparen lässt, wenn Fallinformationen automatisiert zu einem strukturierten Bericht zusammengefasst werden.
Dabei sind alle drei Gruppen nach demselben Muster vorgegangen: erst geplant, dann erprobt, gemeinsam bewertet und die Erkenntnisse anschließend dokumentiert. So entsteht Schritt für Schritt ein belastbares Bild davon, was im Jobcenter-Alltag wirklich trägt.
Das Ergebnis ist ermutigend und zugleich nüchtern. In allen drei Bereichen zeigt sich spürbares Entlastungspotenzial, von der schnelleren Antragsprüfung bis zur Zeitersparnis bei Übergaben und Vertretungen. Für den Schritt in die Fläche braucht es neben der weiteren inhaltlichen Ausarbeitung vor allem Werkzeuge, die leistungsfähig und datenschutzkonform zugleich sind. Beim Fachchatbot ist dieser nächste Schritt bereits angestoßen: Er wird im kommenden Sprint gezielt bis zur Transferreife weiterentwickelt. Hinzu kommen gepflegte Datengrundlagen, eine gute Einarbeitung und die menschliche Kontrolle jedes Ergebnisses.
Noch ist keiner der drei Anwendungsfälle transferreif, und genau das ist die Aufgabe des Reallabors: Potenziale belastbar prüfen, bevor Entscheidungen fallen. Beteiligt sind Kolleginnen und Kollegen aus mehreren hessischen Jobcentern, die ihre Erfahrungen direkt einbringen und so von den Tests der anderen profitieren. Weil sich die Aufgaben in den kommunalen Jobcentern stark ähneln, lassen sich die Ergebnisse auch von Jobcentern nutzen, die selbst nicht mitgetestet haben, und können am Ende auch Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen, etwa durch schnellere Bearbeitung ihrer Anliegen.
Welche Erkenntnisse die Sprintgruppen im Einzelnen gewonnen haben und welche Voraussetzungen für eine Nachnutzung gelten, lesen Sie im ausführlichen Best-Practice-Bericht: Praxiserprobung von KI-Use-Cases im KI-Reallabor
Die nächsten Sprints laufen bereits. Wer keine Neuigkeiten aus dem KI_Hub Kommunal verpassen möchte, meldet sich am besten gleich für unseren Newsletter an.